Text-Bild-Collage auf 108 Tafeln

Die nach Art einer Collage gestaltete Ausstellung YOUNG.YEDI.JOSEF. besteht aus 52 Bild- und 56 Texttafeln. Die Bildtafeln sind in zwölf Stationen und je einem Prolog und Epilog zusammengefasst. Die Dramaturgie entspricht der biblischen Erzählung im 1. und 2. Kapitel des Evangeliums nach Matthäus. Die Bibeltexte sind den Bildern jeweils in Texttafeln beigestellt. Am Ende des 2. Kapitels verlässt die Erzählung die Vorlage und formuliert einen fiktiven biblischen Text. Umrahmt wird die Geschichte vom Bericht der Begegnung des Erzählers mit dem von ihm als Josef identifizierten jungen Mann in Ägypten.


YOUNG.YEDI.JOSEF. als Collage von Bild und Text: Präsentation auf dem 95. Deutschen Katholikentag in Ulm. (Foto: Wohnhaas)

Die als Leitmotive konzipierten zehn Bildtafeln sind auf das Format DIN A2 vergrößert und werden in 50 x 70 cm großen Rahmen präsentiert. Die übrigen Bildtafeln sind überwiegend in DIN A3-Format in 40 x 50 cm große Rahmen gestellt. Die einzelnen Episoden sind je unterschiedlich gestylt. So sind die Motive der Rahmenerzählung in grau auf blauem Grund in weißen Rahmen gefasst, während etwa die Darstellung von »Josefs Engel« (Episode IX) auf schwarzem Grund in goldenem Rahmen gezeigt wird. Blaue Rahmen mit beigefarbenem Bildgrund sind für die Fotos einer fiktiven Bildagentur »World Wide Pictures – WWP« gewählt. Die Motive der Episode VIII (»Josef schlägt sich durch«), die vom wenig erfreulichen Leben Josefs als Flüchtling künden, sind auf unterschiedlich farbigen Hintergrund gelegt, wobei die Wahl auf gedämpfte Farben fiel.

Alle Bilder – mit Ausnahme jener der fiktiven Bildagentur WWP – sind am Computer bearbeitet worden. Helligkeit und Kontrast wurden fast durchgängig verändert. Hinzufügung von Farbe in der Art von Pinselstrichen geben manchen Bildern den Touch von Gemälden – ein bewusster Hinweis auf ikonografische Vorbilder.

Zum Textteil der Ausstellung gehören auch 13 »Thinking of«-Tafeln, in denen erklärend, deutend und fortführend auf einzelne Motive, deren Vorbilder in der Kunstgeschichte und deren bewusste Veränderung verwiesen wird. So etwa rückt Tafel 8 die Frage in den Mittelpunkt, was sich an der überlieferten Vorstellung von Josef und der »heiligen Familie« im Bewusstsein des Betrachters verändert, wenn man sich – wie in YOUNG.YEDI.JOSEF. geschehen – den Josef als einen jungen Mann denkt.