Rundgang durch die Ausstellung

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PROLOG: An den Ufern des NIls

Irgendwann zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Ägypten, an den Ufern des Nils. Der Erzähler begegnet unter einer Gruppe Touristen einem jungen Mann, den er als Josef aus dem Matthäus-Evangelium identifiziert. Man kommt ins Gespräch. Josef erzählt seine Geschichte und warum er nach 2000 Jahren noch immer, wie es scheint, höchst lebendig unter den Menschen weilt.

 

Aus dem Hause Davids

Josef, Anfang 20, gelernter Schreiner, träumt von einer Karriere als Held. Er glaubt, dass ihn seine Abkunft aus dem »Hause Davids«, des bewunderten mächtigen Königs seines Volkes, dazu prädestiniert. In seinen kühnsten Vorstellungen sieht er sich selbst als Angehörigen des Ordens der Jedi-Ritter aus dem »Star Wars«-Mythos des gleichnamigen Filmzyklus. Das Laserschwert ist seine Waffe.

 

Verlobt mit Maria

Doch der Traum erfüllt sich nicht. Dafür passiert Aufregenderes. Seine Freundin Maria, eine selbstbewusste Frau mit intellektuellen Interessen, überrascht ihn mit der Eröffnung, schwanger zu sein. Doch das Kind stammt nicht von Josef.

 

Der Engel sucht Josef heim

Josef, in dessen Lebensplanung noch keineswegs die Verantwortung für eine Familie vorgesehen ist, trägt sich mit dem Gedanken, sich von ihr zu trennen. Doch da sucht ihn ein Engel heim … eine zutiefst erschreckende Erfahrung.

 

Josef erwacht

Nach der Begegnung mit dem Engel erlebt sich der Mann Josef in einer ungewohnten Rolle gegenüber Maria – und an einem ungewohnten Platz.

 

Josef wird ausgespäht

Kurzer Ausflug in die Medienwelt: Der Bildreporter Matthew E. Vangelis von der (fiktiven) Agentur World Wide Pictures (WWP) berichtet in Wort und Bild in die Heimat von den Aufsehen erregenden Vorgängen um eine junge Familie und politische Verwicklungen in einem Land des Nahen Ostens.

 

Der Engel warnt Josef

Wieder begegnet Josef dem Engel. Dieser warnt den jungen Mann vor dem gewalttätigen Zugriff des herrschenden Regimes. Eine Vision von Blut breitet sich bildfüllend aus.

 

Josefs fliehen nach Ägypten

Josef auf der Flucht. Er ist Beschützer und Chauffeur. Das Laserschwert, Symbol seines Heldenmutes, begleitet ihn. Bei einer Panne kommt unerwartete Hilfe. Dann endlich hat er den »Herodian Sector« hinter sich gelassen.

 

Josef schlägt sich durch

Es ist für illegale Einwanderer kein einfaches Leben im fremden Land. Damit er die ihm Anvertrauten und sich selbst ernähren kann, muss Josef – wie auch viele junge Flüchtlinge heute – die dunklen Seiten des Lebens kennen lernen. Augenzeugen berichten.

 

Der Engel ruft Josef zurück

Der Aufenthalt im fremden Land und die Verantwortung lassen Josef heranreifen. Wieder begegnet er seinem Engel – dieses Mal kann er die Konfrontation von Angesicht zu Angesicht aushalten. Der Engel ruft ihn nach Hause zurück.

 

Josefs Vision

Josef ist nicht mehr der unerfahrene und träumerische Junge von Beginn. Er beginnt zu fragen, will den Sinn des Geschehens und seiner Erfahrungen begreifen. Vor seinem inneren Auge erscheint eine Vision: Er sieht, wie es einmal seinem Sohn ergehen wird, für den er so intensiv Sorge getragen hat. Er sieht ihn in jenem Alter, in dem er sich gerader selbst befindet.

 

Keine Nachricht von Josef

Josef verschwindet aus den Büchern, die über das Leben seines Sohnes erzählen. Sein Bild verblasst immer mehr und wird immer lückenhafter.

 

EPILOG: Josefs Warten

Wieder im Heute. Josef wartet noch immer auf eine neue Botschaft des Engels. Bisher vergeb-lich. Er hat damit begonnen, seinem Dasein selbst einen Sinn zu geben. Er stellt sich an die Seite von Millionen stummer und verstummter Väter, die unter der Hinopferung ihrer Söhne im Namen falsch verstandener Ideale leiden. Er hat erneut seinen Platz gefunden...

 

Josef trauert um seinen Sohn

Noch einmal sieht sich Josef in einer Vision: Was hätte er dafür gegeben, wäre er derjenige gewesen, der unterm Kreuz gestanden und seinen toten Sohn in den Armen geborgen hätte! Wie sähe die Welt aus, besäßen die Religionen neben den Bildern trauernder Mütter auch Ikonen trauernder Väter!