Wanderer zwischen Zeiten und Kulturen

Irgendwann zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Ägypten, an den Ufern des Nils. Der Erzähler begegnet unter den vielen Touristen einem jungen Mann, den er als Josef aus dem Matthäus-Evangelium identifiziert. Man kommt ins Gespräch. Josef erzählt seine Geschichte und warum er nach 2000 Jahren noch immer, wie es scheint, höchst lebendig unter den Menschen weilt.

Josef, Anfang 20, gelernter Schreiner, träumt von einer Karriere als Held. Er glaubt, dass ihn seine Abkunft aus dem »Hause Davids«, des bewunderten mächtigen Königs seines Volkes, dazu prädestiniert. In seinen kühnsten Vorstellungen sieht er sich selbst als Angehörigen des Ordens der Yedi-Ritter aus dem »Star Wars«-Mythos des gleichnamigen Filmzyklus.

Wanderer zwischen zwischen Zeiten und Kulturen

Doch der Traum erfüllt sich nicht. Dafür passiert Aufregenderes. Seine Freundin Maria, eine selbstbewusste junge Frau mit intellektuellen Interessen, überrascht ihn mit der Eröffnung, schwanger zu sein. Josef, in dessen Lebensplanung noch keineswegs die Verantwortung für eine Familie vorgesehen ist, trägt sich mit dem Gedanken, sich von ihr zu trennen …

Das Fotoprojekt YOUNG.YEDI.JOSEF. verlegt die ersten beiden Kapitel des Matthäus-Evangeliums mit einem kühnen ikonografischen Brückenschlag aus der Vergangenheit in die Gegenwart und vom Morgen- ins Abendland. Mit einem Zitat aus einem populären Science Fiction-Märchen verweist es obendrein in eine nicht näher definierte Zukunft. Die biblische Figur des Josef wird zum Wanderer zwischen den Zeiten und Kulturen.